Pressespiegel

 

Theater aus dem Stadtteil im Anna-Haag-Haus stellt ein Schritt zur Belebung des Wohngebietes im Espan dar.

Cannstatter Zeitung vom 6. April 2010

Espan soll belebt werden

BAD CANNSTATT: Zahlreiche Institutionen arbeiten beim Runden Tisch mit

(if) - Der Bereich rund um den Kneippweg und die Martha-Schmittmann-Straße bis hin zum Theodor-Veiel-Weg will sein soziales und kulturelles Miteinander besser vernetzen. Deshalb gab es einen Workshop zur Quartiersarbeit im Espan, zu dem sich Kirchen, Büchereien, Schulen und andere Institutionen getroffen haben.

Professor Paul-Stefan Roß vom Institut für angewandte Sozialwissenschaften hat das Treffen moderiert und zeigte sich positiv überrascht über die große Bereitschaft, die Initiative zu ergreifen. „Es herrscht eine Aufbruchstimmung in dem Land, das bisher keinen klaren Namen hat“, so Roß. Einen positiven Anstoß dazu habe das Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus gegeben. Es sei wichtig, dass einer die Initiative ergreife und die Quartiersarbeit koordiniere. Neele Mayer, die vom Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus auch Quartiersarbeit machen soll, erklärt: „Besonders beeindruckt war ich von der großen Motivation der Workshop-Teilnehmer. Die Begeisterung, Projekte für den Stadtteil zu entwickeln und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, war enorm.“Pfarrer Olaf Cress von der Wicherngemeinde sagte, er finde es ganz positiv, dass es den Runden Tisch gab, um die Kommunikation zwischen den einzelnen Bereichen zu fördern, dass man die Gemeinwohlarbeit koordinieren kann. Es sei ein großes Interesse zur Zusammenarbeit deutlich geworden. Cress sieht im Espan einen Bedarf für Gottesdienst im Grünen. Er findet diese neue Verknüpfung am Runden Tisch gut. Zum Anna-Haag-Haus gebe es schon Kontakte, wie den einmal im Monat stattfindenden ökumenischen Gottesdienst. Es wurde darüber nachgedacht, das Angebot auszuweiten. Mit der Aufführung des „Faust“ als Theaterstück ist ein erster Schritt gewagt worden, der sehr erfolgreich war und gut angekommen ist. Cress lobte die Arbeit von Quartiersmanagerin Neele Mayer, die den Impuls gesetzt habe und sagte: „Ich habe große Lust, hier weiterzuarbeiten.“ Sarah Eder von der Eichendorffschule erklärte zum Runden Tisch, dass die Vernetzung eine tolle Sache sei. Schüler besuchten bereits die Stadtteilbücherei im Kneippweg und den Stadtteilbauernhof. Auch sie freut sich, dass die Beziehungen zu den einzelnen Einrichtungen verstärkt und vertieft werden sollen. Für die Achtklässler biete das Anna-Haag-Haus etwa die Möglichkeit der Orientierung im Berufsfeld. Brigitte Neiße-Göküzüm von der Stadtteilbücherei im Kneippweg fand es „super“, dass sich jemand um den Stadtteil bemüht, in dem die Gemeinwesenarbeit erste Angebote gemacht hatte und von der nur noch das Pankrazfest übrig geblieben ist, wie auch Rainer Becker erklärt.Dass es schon vor zehn Jahren einen Versuch gab, den Stadtteil zu beleben, daran erinnert Rainer Becker, der Organisator des Pankrazfestes. Auch er sitzt nun mit am Runden Tisch. Vor zehn Jahren sei es um die Erhaltung des Kneippweg 8 gegangen und das sei eine gute Basis für das Entstehen einer Gemeinschaft auf dem neuen Wohngebiet gewesen. Von den verschiedenen Aktivitäten mit Beteiligung der neuen Bewohner sei eigentlich nur das Pankrazfest übrig geblieben, das am 8. Mai zum elften Mal gefeiert wird. Da bekommt er eine Helferliste mit etwa 45 Personen aus dem Wohngebiet. Becker bedauerte, dass beim ersten Runden-Tisch-Treffen nur zwei Bewohner vom unteren Espan dabei waren. Becker erklärt, dass das Anna-Haag-Haus mit dessen Struktur sich zu einem Zentrum trotz Randlage entwickeln könne. Neiße-Göküzüm lobte die Quartiersarbeit des Anna-Haag-Hauses, die den Workshop organisiert hat und die Kooperationen von Kirchen und Schulen vertieft. Im Anna-Haag-Haus ist die Stadtteilbücherei mit einem Erzählcafe zu Gast. Neiße-Göküzüm findet es positiv, dass wieder über den Stadtteil nachgedacht wird und Arbeitsgruppen gebildet wurden. Und gerade in einer Zeit, in der im Espan 45 Prozent aller Haushalte Single-Haushalte sind, sei die Belebung wichtig.

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