Vorstand Jörg Schnatterer vom Anna-Haag-Haus inmitten von Kindern. Er will ein generationenübergreifendes Stadtteilmanagement im Espan. Foto: privat
Cannstatter Zeitung vom 7. Oktober 2009
BAD CANNSTATT: Mehrgenerationenzentrum will sich noch mehr öffnen - Kooperationspartner für Projekte gesucht
(if) - Jörg Schnatterer, Vorstand des Anna-Haag-Mehrgenerationenhauses, möchte seine Einrichtung mehr dem Stadtteil öffnen und plant das Projekt eines Quartiersmanagements. Der Bezirksbeirat Bad Cannstatt hat die Pläne einhellig begrüßt und den Antrag für 20 000 Euro einstimmig befürwortet.
Schnatterer erläuterte dem Gremium kürzlich das Konzept zur Förderung der Stadtteilarbeit, dem Quartiersmanagement im Bereich zwischen Sommerrain der Gemarkungsgrenze Fellbach und der Nürnberger Straße. Das in der Martha-Schmittmann-Straße neu gebaute Mehrgenerationenhaus, das im Juli 2007 eröffnet wurde, will generationenübergreifend auch in den Stadtteil hinein wirken und mit anderen Akteuren das Leben mitgestalten. „Es soll eine neue Stadtteil-Identität geschaffen werden“, hofft Initiator Schnatterer. Dazu gehört, dass das Quartiersmanagement losgelöst vom klassischen Verständnis der Quartiers- und Stadtteilarbeit sein soll. Vorbild ist die städtische Koordinationsstelle im Generationenhaus Heslach.
Das Gebiet Espan umfasst rund 4200 Einwohner. Den Impuls für die Idee gab ein 2001 von der Stadt Stuttgart initiierter Workshop mit dort lebenden Bürgern. Inzwischen hat das Haus im Juni 2009 in einem Workshop unter Leitung von Paul-Stefan Roß von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ziele und Handlungsansätze in der Quartiersarbeit Espan erarbeitet.
Der Antrag an die Stadt lautet, die Ein-Drittel-Personalstelle mit einem Zuschuss zu finanzieren. 15 000 Euro betragen dabei die Personalkosten und auf 5000 Euro dürften sich die Sachkosten belaufen. Schnatterer betonte, dass der Antrag sinnvoll und wichtig für das Stadtquartier sei. „„Wir erfahren breite inhaltliche Unterstützung, aber angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Stuttgart wird es schwierig sein, dafür Mittel zu bekommen“, so Schnatterer. Er möchte das Projekt zeitnah verwirklichen und will versuchen, falls es keine Mittel von der Stadt gibt, zunächst über Stiftungen an Gelder zu kommen, um eine Überbrückungsfinanzierung zu erreichen.
Das Konzept sieht vor, die Attraktivität und Vernetzung innerhalb des Stadtteils zu fördern. Das Anna- Haag-Mehrgenerationenhaus soll in den Stadtteil eingebunden werden. Es soll machbare, bedarfs- und milieugerechte Projekte geben, wenn möglich unter Einbindung bürgerschaftlichen Engagements, die die Lebensqualität und -situation verbessern. Das generationenübergreifende Miteinander soll gefördert werden. Die Personalstelle, die das Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus vorschlägt, soll sich in zwei Dritteln auf ein Generationenmangement im Anna-Haag-Haus und zu einem Drittel auf ein Quartiertsmanagement für den umliegenden Stadtteil Espan aufteilen.
Möglich ist dabei, dass interne Angebote im Anna-Haag-Haus für die Bürger geöffnet werden - wie den Mittagstisch, das Cafe, Themenwochen, Gottesdienste, das Theater der Generationen. So soll die Kontaktaufnahme und Vernetzung mit anderen Akteuren und Einrichtungen im Stadtteil erfolgen - wie etwa dem Caritasverband Stuttgart, Gerbera, dem Sozialpsychiatrischen Dienst, der Tagesstätte im Kneippweg, der Stadtteilbücherei, dem Stadtteilbauernhof, den Kirchen, Vereinen, Schulen und Organisationen. Lokale Institutionen sollen aktiviert, Bürger zu ehrenamtlicher Mitarbeit engagiert werden.
Als Beispiele für erste Überlegungen wird an Kooperationsveranstaltungen im Bereich Kultur und Bildung gedacht - wie etwa das Malatelier, Wochenend-Kinderprogramme, Eltern-/Kinder-Kochkurse, die Mitwirkung beim stadtteileigenen Pankrazfest, betreute Mittagstische, Hausaufgabenbetreuung für Kinder und Jugendliche oder ein Stammtisch für Alleinerziehende.