Pressespiegel

 

Beim Projekt zum Thema Wiedervereinigung trennt die Mauer das Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus in Ost und West.

 

Cannstatter Zeitung vom 16. Oktober 2009

Geschichte verbindet Generationen

BAD CANNSTATT: Projekt „Deutsche Einheit“ im Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus

(red) - Der Tag der deutschen Einheit war im Anna-Haag-Haus Anlass für ein Projekt, mit dem Kinder, Jugendliche und Senioren gemeinsam ein Stück Geschichte lebendig werden ließen. Die Ergebnisse dieser mehrtätigen Befassung mit der Zeit vor, während und nach der Wende zeigt eine Ausstellung, die heute auf dem Marktplatz des Mehrgenerationenhauses endet.

Idee, Konzept und Umsetzung zu diesem kreativen und lebendigen Geschichtserlebnis stammen von drei Mitarbeiterinnen des Anna-Haag-Hauses: Susanne Fried, Inga ter Haseborg und Neele Mayer gelang dabei der Beweis, dass Geschichte keine trocken Angelegenheit sein muss. Bei ihrer Inszenierung der wichtigen Etappen der Wiedervereinigung entwickelten vor allem die lernbehinderten Jugendlichen, die im Anna-Haag-Haus eine Bildungsmaßnahme besuchen, Neugier und Begeisterung für DDR, BRD und die Schritte bis zur Einheit.

Kinder lernten Bilderbücher und Spielzeug aus vergangenen DDR-Zeiten kennen, alle Generationen konnten sich am Büchertisch, den die Cannstatter Buchhandlung „Buch“ bereitstellte, ausführlich informieren. Die Senioren der Einrichtung wiederum berichteten als Zeitzeugen von den eigenen Erinnerungen und wurden von Jugendlichen in Interviews befragt, wie sie die Wende erlebt hatten. Auszubildende bauten dazu eine stacheldrahtgekrönte Mauer, die tagelang das Foyer des Anna-Haag-Hauses in Ost und West teilte. „Hüben“ entstand Mauerkunst in reichhaltiger Fülle, während man „drüben“ im HO-Laden echte DDR-Produkte vorfand.

In Rollenspielen wurden typische Alltagsgeschichten beider Welten in Szene gesetzt. Und schließlich nahmen die Ereignisse ihren Lauf: Montagsdemos zogen durchs Haus, Forderungen auf Reisefreiheit wurden laut und auf Transparenten war „Wir sind das Volk“ zu lesen. Den krönenden Projektabschluss dieses außergewöhnlichen Geschichtsprojektes in der Mehrgenerationen-Einrichtung in der Martha-Schmidtmann-Straße bildete der Mauerfall, den alle Generationen gemeinsam feierten. Und dabei waren sich Jung und Alt einig: „Geschichte macht Spaß.“

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