
Klaus-Peter Hennig (rechts) gratuliert Jörg Schnatterer vom Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus. Sternekoch Christian Henze (Mitte) freut sich ebenfalls.
Cannstatter/Untertürkheimer Zeitung vom 20. Mai 2008
UNTERTüRKHEIM: Thyssen-Krupp spendet im Rahmen des Ideensparks Einrichtung an das Internat des Anna-Haag-Hauses
(mk) - Die Freude der 20 jungen Damen, die im Internat im ehemaligen Rebstöckle in der Augsburger Straße leben, ist groß: Die Außenstelle des Anna-Haag-Mehrgenerationenhauses erhält die 30.000 Euro teure Küche, die Sternekoch Christian Henze derzeit im Ideenpark nutzt. „Das erleichtert den Alltag unserer Schützlinge und sie lernen den Umgang mit modernen Geräten,“ sagt Britta Kurz.
Bis zum 25. Mai wird die moderne Küche auf dem Ideenpark noch genutzt. In Halle 4 der Landesmesse haben jüngere Besucher in der Mitmach-Küche die Gelegenheit, TV-Koch Christian Henze bei den Essensvorbereitungen zu helfen, selbst zu kochen und die meist schwäbischen Speisen gleich zu verzehren. Nach Abschluss der Veranstaltung wird das Düsseldorfer Unternehmen das Exponat für einen guten Zweck zur Verfügung stellen. Mehr als 50 gemeinnützige Vereinigungen, kirchliche Einrichtungen, Schulen oder Kindergärten aus dem Raum Stuttgart hatten nach einem Aufruf ihr Interesse bekundet. Das Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus erhielt am Ende den Zuschlag.
„Angesichts der Vielzahl von Bewerbungen, des hohen Bedarfs vieler sozialer Organisationen und der menschlichen Schicksale, die oftmals dahinter stehen, ist uns eine Entscheidung nicht leicht gefallen. Das generationenübergreifende Konzept des Anna-Haag-Hauses sowie der spezielle Engpass im Bereich lernbehinderter junger Frauen hat uns allerdings überzeugt“, betonte Klaus-Peter Hennig, Personalvorstand der Thyssen-Krupp-Stainless, bei der symbolischen Übergabe der Spende. Auch für das Unternehmen seien das Zusammenleben und das Zusammenarbeiten verschiedener Generationen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sowie die Ausbildung junger Frauen absolute Topthemen.
Die 30 000 Euro teure Küche besteht aus sechs Metern Unterbauschränken und neun Hochschränken. Die Ausstattung mit Spüle, Herd, Kühlschrank ist von verschiedenen Firmen gesponsert worden, ebenso wie die Kochutensilien. „Für uns ist das ein echter Glücksfall“, erklärte Jörg Schnatterer, Vorstand des Mehrgenerationenhauses, zu dem ein Seniorenzentrum, eine Kindertagesstätte und eine Bildungsstätte für lernbehinderte junge Menschen gehören. „Wir benötigen für junge Frauen dringend eine neue Küche im Internats-Bereich und sind wie viele andere Einrichtungen auf Spenden angewiesen.“ Ohne Unterstützung von Unternehmen wäre die Arbeit mit Besuchern und Bewohnern - von Kindern bis hin zu Senioren - nicht machbar, zeigte sich Schnatterer überzeugt.
Die Cannstatter Einrichtung hat vor einigen Jahren die ehemalige Weinstube „Rebstöckle“ in der Augsburger Straße erworben. „Dort leben 20 junge Damen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die lernbehindert sind. In unserem Mehrgenerationenhaus in Bad Cannstatt erfahren sie eine Ausbildung, leben aber ganz bewusst in Untertürkheim und machen damit den Schritt zu einem selbstbestimmten Leben“, so Kurz. Bislang ist die Küche im Internat aus unterschiedlichen Geräten und Möbeln zusammengestückelt. Die komplett eingerichtete Küche sei deswegen ein richtiger Hauptgewinn. „Unseren Bewohnerinnen wird der Internatsalltag versüßt und da einige zudem hauswirtschaftlich ausgebildet werden, können sie an den modernen Geräten trainieren.“