Pressespiegel

 

Tatjana Kühr, Claudine Geils und Susanna Schwarz (von links) vom Malatelier 3F zeigen mit anderen Künstlern im Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus ab 3. Juli ihre Werke zum Thema „Unter dem Schirm der Fantasie“. Foto: Frey

 

Cannstatter Zeitung vom 30. Juni 2010

Die Kunst der Fantasie

Bad Cannstatt: Lernbehinderte zeigen ihre Werke im Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus - Vernissage am 3. Juli

Von Iris Frey

Auf den ersten Blick sieht Tatjana Kühr mit ihrem Kleid und Sonnenhut ganz elegant aus zusammen mit Susanna Schwarz. Auf den zweiten Blick besteht ihre Mode aus Müll: Tüten sind kunstvoll gerafft, Flaschendeckel bilden die Ohrringe. Schwarz trägt einen durchsichtigen Badevorhang und eine blaue Backform als Hut. Ein Flaschenkorken dient als Knopf. Zusammen mit Claudine Geils vom Malatelier 3F und mit Claudia Friedel sind die beiden Teil einer ganz besonderen Ausstellung mit Vernissage, die am 3. Juli im Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus eröffnet wird. Unter Anleitung von Geils sind kleine und große Kunstwerke in unterschiedlichen Techniken geschaffen worden, die nun unter dem Titel „Unter dem Schirm der Fantasie“ gezeigt werden.Im Blickpunkt der Vernissage stehen Jugendliche mit Lern- und geistiger Behinderung, die im Malatelier engagiert sind oder bei der besonderen Modenschau mitmachen. Ein anderer Teil dieser Jugendlichen ist bei der Vernissage mit beim Service eingebunden und wird etwa beim Sektempfang helfen. Somit lernen die Jugendlichen Kunstvermittlung auf verschiedenen Ebenen. Bilder gibt es etwa von Kathrina Brinker zu sehen, die eine Liebeserklärung mit Gummibärchen-Figuren in Acryl auf Leinwand gemalt hat sowie Orchideenblüten. Auch sind Werke von Christina Grützenmacher zu sehen. Zu den Jüngsten der Malgruppe 3F zählen die dreijährige Victoria Schimmelpfennig und die siebenjährige Nathalie Berndt. Dazwischen sind immer wieder auch Bilder der Kursleiterin Claudine Geils zu sehen, die französische Wurzeln hat. So heißt ein Bild einer Pusteblume „Un rayon de soleil“, Sonnenstrahlen.Die Malerei und die Ausstellung fördert bei den Jugendlichen das Selbstbewusstsein, weiß auch Britta Kurz, Pressesprecherin des Anna-Haag-Mehrgenerationenhauses. Die eigene Kreativität werde entdeckt. Da sei viel Potential vorhanden. Auch bilde die Malerei bei den lernschwachen Jugendlichen ein Ventil, Druck abzulassen, abzuschalten. Auch werde die Leistung gewürdigt und sporne die Lernbehinderten in anderen Bereichen an. In einem Gemeinschaftsbild hat die Malgruppe 3F zum Thema Umweltschutz das Bild „Unschuldig! Und schuldig?“ aus Abfallmaterialien gestaltet. Mit so genannten Veeh-Harfen musizieren Sarah Schwarn und Anne-Lisa Österle. „Das Musizieren macht mir viel Spaß“, sagt Schwarn. Mit dem Malangebot, der Förderung dieser benachteiligten Jugendlichen hat sich das Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus für den Förderpreis „Kunst bewegt“ der Hamburg-Mannheimer-Stiftung beworben.

Vernissage ist am 3. Juli um 15 Uhr im Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus in der Martha-Schmidtmann-Straße 16.

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