Jörg Schnatterer, Vorstand des Anna Haag Mehrgenerationenhauses, Bezirksvorsteher Thomas Jakob und Peter Hasmann, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft Bad Cannstatt, eröffnen den »Nachbarschaftstreff Badbrunnen«. Foto: lako
Stuttgarter Wochenblatt vom 29. September 2011
Nachbarschaftstreff Badbrunnen öffnet seine Pforten für Jung und Alt
Manch einer kennt kaum die Nachbarn im eigenen Haus, geschweige denn die Menschen, die in seinem Viertel leben. Vereinsamung lautet das unschöne Stichwort, vor allem bei Älteren. Mit dem neu eröffneten Nachbarschaftstreff Badbrunnen wollen das Anna Haag Mehrgenerationenhaus und die Baugenossenschaft Bad Cannstatt diesem Großstadt-Trend gemeinsam entgegenwirken.
Von Laura Köhlmann
BAD CANNSTATT
Wo früher Automaten standen, ist in der Nürnberger Straße 176 ein Ort der Begegnung entstanden. Rund zehn Wochen lang wurden die Erdgeschoss-Räume umgebaut, am Donnerstag vergangener Woche feierte der Nachbarschaftstreff Badbrunnen Eröffnung. Eine offene Küche, ein langgezogener Raum mit Tischen und Sitzmöglichkeiten, ein behindertengerechtes Bad mit Toilette und Dusche - all das will künftig mit Leben gefüllt werden.
Der Nachbarschaftstreff ist ein Kooperationsprojekt des Anna Haag Mehrgenerationenhauses und der Baugenossenschaft Bad Cannstatt. Beide Partner unterzeichneten im Rahmen der Eröffnung einen Kooperationsvertrag.
"Die Stadtteilarbeit im klassischen Sinne findet ja meistens in Brennpunktgebieten statt. Das ist eben nicht unser Ansatz", sagte Jörg Schnatterer, Vorstand des Anna Haag Mehrgenerationenhauses. "Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass der Stadtteil lebendiger wird." Keine Action im großen Stil soll im Badbrunnen Einzug halten, sondern nachbarschaftliche Gemeinschaft.
Jeder, der Lust hat, darf gerne einfach reinschneien - Jung wie Alt.
Für den Anfang gibt es jetzt immer dienstags von 11.30 bis 13.30 Uhr einen Mittagstisch sowie donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr einen "Treff am Nachmittag" mit Kaffee und Kuchen. Darüber hinaus ist künftig möglich, was die Besucher sich wünschen, ob nun Filme anschauen, gemeinsam backen oder kleine Konzerte veranstalten. Die Bewohner des Badbrunnens dürfen und sollen gerne selbst aktiv werden und Ideen einbringen.
"Die Menschen im Badbrunnen werden sich künftig hoffentlich anders begegnen", so Schnatterer. Peter Hasmann, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft Bad Cannstatt ergänzte: "Wir wünschen uns auch, dass die Leute gegenseitig auf sich aufpassen." Und vielleicht einfach mal fragen, wie es geht, wenn sie sich auf der Straße begegnen.
"Es gibt immer mehr Singlehaushalte in den Großstädten, das Eigenbröteln wird einem leicht gemacht", sagte Bezirksvorsteher Thomas Jakob bei seinem Grußwort zur Eröffnung. Wohnquartiere wie auch im Badbrunnen seien früher einmal moderne Stadtplanung gewesen. "Aber die Gemeinschaftsräume hat man dabei vergessen." Nun gibt es einen.